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Simon Boccanegra

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Simon Boccanegra

Oper von Giuseppe Verdi

Oper in einem Prolog und drei Akten (Fassung von 1881)

In italienischer Sprache mit deutschen Übertexten

Eine Koproduktion mit dem Theater Lübeck

Aufführungsdauer: 2 Stunden 45 Minuten
Eine Pause

Samstag, 17. November / 19:30 Uhr
Normalpreis: 16,50 bis 40,00 Euro
Großes Haus | Theater Hagen
    Elberfelder Straße 65, 58095 Hagen

Beschreibung

Der Doge ist tot! Es lebe der Doge!

Damit ließe sich die ganze verworrene Geschichte auf den Punkt bringen, die Verdi in seiner Oper über den Dogen Simon Boccanegra erzählt, der 24 Jahre autoritär im Genua des ausgehenden Mittelalters herrschte, bevor er offenbar einem Giftmord zum Opfer fiel.

In vorherrschend dunkle Klangfarben getaucht, verleiht Verdis Musik den Situationen aus Politik und Todesfeindschaft, Liebe und Unschuld, der Frage nach einer statthaften Vater-Tochter-Beziehung sowie schließlich einer musikalisch grandios ausgemalten Versöhnungsutopie im Tode der Erzfeinde eine unwiderstehliche Faszination.

Nur die Handlung der Oper, deren Verworrenheit unter Opernfans berühmt berüchtigt ist, hat wohl bisher verhindert, dass Simon Boccanegra ebenso häufig gespielt wird wie etwa La Traviata von 1853 oder Otello aus dem Jahre 1887 – ungleich berühmtere Werke Verdis aus entsprechender Zeit.

Die Schwäche des Librettos offensiv und kreativ in einen Vorteil umzudrehen und Verdis musikalisches Meisterwerk für uns heute zugänglich zu präsentieren, ist Absicht der Regisseurin Magdalena Fuchsberger, die nichts Geringeres ankündigt als mit Simon Boccanegra den Abgesang des Patriarchats auf der Hagener Bühne zelebrieren zu wollen: Patriarchendämmerung im versöhnlichsten Verdi-Klang! Man darf gespannt sein.

Rezensionen

Tonmalerei auf hohem Niveau

»Joseph Trafton hat zu Beginn seiner zweiten Saison als Generalmusikdirektor einen wunderbaren Zugriff auf das Philharmonische Orchester Hagen. Hier wird ein saftiger Verdi musiziert, der den Sängern jederzeit Raum lässt . Die lyrischen Stellen der Partitur werden bis in das feinste Detail ausgeleuchtet. Das ist Tonmalerei auf hohem Niveau. [...] Kwang-Keun Lee verkörpert den Dogen Boccanegra mit seinem angenehm dramatischen Bariton und seiner seriösen, großherzigen Bühnenpräsenz. [...] Veronika Haller gelingen gerade die innigen, emotional aufgeladenen Passagen bei der Erkennung ihres Vaters oder auch ihr Liebesduett mit Gabriele leuchtend und mühelos. Ihr bombensicher geführter, jugendlich-dramatischer Sopran empfiehlt sich zunehmend auch für größere Häuser. [...] Xavier Moreno sorgt als feuriger Geliebter Gabriele Adorno für die italienischen Temperamentsausbrüche an diesem Abend. Sein kraftvoller, strahlender Tenor ist zu jeder Zeit ein beeindruckendes Erlebnis. Auch die Spitzentöne kommen ohne jeden Wackler und mit ungeheurer Intensität. [...] Dong-Won Seo ist ein Neuzugang im Ensemble des Hagener Theaters und feiert als Jacopo Fiesco alias Andrea einen vielversprechenden Einstand. Mit Kenneth Mattice als Paolo Albiani und Valentin Anikin als Pietro sind die Rollen der intriganten Aufständischen hervorragend besetzt.«

klassik-begeistert.de

Eine der besten Verdi-Inszenierungen

Kennern gilt Verdis „Simon Boccanegra“ noch immer als Geheimtip. Es ist seine vielleicht persönlichste, jedenfalls düsterste Oper. Umso mutiger der Entschluss des Theaters Hagen, sie aufs Programm zu setzen und sich dabei nicht um ihren Kern zu drücken: Männer machen Geschichte und Frauen sind ihre Opfer. Die junge Regisseurin Magdalena Fuchsberger findet gleichermaßen eindrucksvolle wie beklemmende Räume und Bilder für ein Spiel der Macht, das auch die Täter korrumpiert, ja zerstört. Sie aktualisiert nicht vordergründig, sondern legt die Emotionen der Musik frei, die auf der Szene geradezu körperlich ausagiert werden. Das ist bestürzend radikal und doch zugleich von einer gedanklichen Präzision, die keine Zuschauerin, keinen Zuschauer kalt lässt. Umso mehr als alle Beteiligten – Solisten, Chor und Orchester – auch der Musik selbst voll gerecht werden. Es ist eine der besten Verdi-Inszenierungen, die ich in den letzten Jahren an einem deutschen Opernhaus gesehen habe. Hagen ist eine Reise wert!

Uwe Schweikert, Kritiker Opernwelt & Herausgeber Verdi-Handbuch

Besetzung | Sa 17.11.2018 / 19:30 Uhr

Auf einen Blick

Theater- und Konzertkasse:
02331/207-3218