Terra brasilis

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    Terra brasilis

    zeitgenössische brasilianische Choreographien

    Zeitgenössische brasilianische Choreographien von Luiz Bongiovanni, Henrique Rodovalho und Tindaro Silvano

    Sonntag, 09. März / 18:00 Uhr
    Großes Haus
        Elberfelder Straße 65, 58095 Hagen

    Beschreibung

    Samba, Karneval in Rio, Fußball und der Zuckerhut – das sind die gängigen Klischees, die uns einfallen, wenn über den südamerikanischen Staat gesprochen wird.

    Diese treffen aber bei weitem nicht den Charakter dieses flächen- und bevölkerungsmäßig fünftgrößten Staates der Erde. Wie gut, dass das theaterhagen einen brasilianischen Ballettdirektor hat, der sich nun einen langgehegten Traum erfüllt, nämlich mit renommierten Choreographen aus seinem Heimatland einen Tanzabend in Hagen zu gestalten und uns so auf eine spannende, künstlerische Art Brasilien näher zu bringen.

    Die drei Choreographen – Luiz Bongiovanni, Henrique Rodovalho und Tindaro Silvano – haben noch nie gemeinsam einen Tanzabend gestaltet! Die drei Stücke präsentieren mit original brasilianischer Musik drei unterschiedliche Perspektiven auf ein faszinierendes Land.

    Impromptu...

    ... (in der Musik ein frei gestaltetes Stück) heißt die Choreographie von Tindaro Silvano, die er jetzt mit den Tänzern der Hagener Compagnie neu einstudiert. Es ist ein sehr geschäftiges Stück mit eigenwilligem Humor. Personen wuseln schnell hin und her wie in einer lebhaften Metropole, sie ändern in letzter Minute ihre Richtung und schaffen eine fieberhafte Energie, die aber immer kontrolliert ist. Was aussieht wie eine Improvisation, ist mit jedem Schritt sorgfältig choreographiert. Den Puls dazu bringt die Musik des berühmten brasilianischen Komponisten und Musikers Egberto Gismonti aus dessen Werk „Infância“.

    Ausschnitte...

    … nennt Henrique Rodovalho seine für diesen Abend erarbeitete Choreographie. Er zeigt, wie in einem brasilianischen „coxa de retalhos“ (etwa Flickendecke, Patchwork), einzelne, tänzerisch, lichttechnisch und bildmäßig stark abweichende Teile, die eigenwillig zusammengesetzt nun eine faszinierende Einheit bilden. Ein Band, das alle diese Teile zusammenhält, ist die Musik der Sängerin Paula Morelenbaum, die als wichtigste Vertreterin des brasilianischen Bossa Nova gilt.

    „Tupi, or not tupi that is the question“...

    … hat Luiz Bongiovanni seine Choreographie genannt (die Tupí waren – neben den verwandten Guarani – eine der größten Volksstämme Brasiliens vor der Kolonialzeit), in Anlehnung an das „Anthropophagische Manifest“ von 1928, in dem brasilianische Künstler und Intellektuelle die geistige Lösung von Europa und den Aufbau einer eigenen brasilianischen Identität forderten: das „Aufessen“ der Europäer und die „Einverleibung des heiligen Feindes“ sollten den Weg zu einem neuen Selbstverständnis weisen. Diese antikoloniale Strategie übernimmt Bongiovanni nun auch für seinen Tanz, indem er gleichsam das klassische Ballett „isst“, die Grenzen nur noch in Raum, Zeit und Körper setzt und jeden Tänzer neue Bewegungen erfinden lässt. Der Choreograph übernimmt die Improvisationen der Tänzer und erarbeitet mit ihnen das Stück zu einer von ihm gewählten Musik: es entsteht eine Choreographie, die es genauso nur hier geben kann und deren Charakter die gespannte Stimmung des Entstehungsprozesses widerspiegelt. Die Musik stammt überwiegend von dem brasilianischen Künstler Di Freitas.

    Rezensionen

    Das Ballett Hagen stellt mit diesen drei absolut unterschiedlichen zeitgenössischen Choreographien erneut seine Vielseitigkeit unter Beweis und begeistert das Publikum auf ganzer Linie.

    www.omm.de

    Choreograph Luiz Fernando Bongiovanni sprengt mit seinem Stück „Tupi, or not tupi“ … die Konventionen. Er ist eindeutig der experimentellste Künstler, den Ballettchef Ricardo Fernando eingeladen hat, um dem Publikum sein Heimatland Brasilien von einer eher unbekannten Seite zu zeigen.Gerade einmal bis acht reicht der übliche Rhythmus im klassischen Ballett. Nacheinander tanzen sie ihre Zyklen, zählen jeder für sich – mal auf Chinesisch, mal auf Japanisch oder Italienisch – und immer nur bis acht.Bis Melanie Lopez Lopez den öden Trott mit einer unerwarteten neun durchbricht... das Publikum darf noch höhere Zahlen rufen und Lopez Lopez gibt sich in einem entfesselten Solo einem wilden Zahlenreigen hin...Die Mischung ist gut und spannend! Viel verdienter Jubel zur Premiere.

    Ruhr Nachrichten

    Auf Bühnenbilder im herkömmlichen Sinne wird in „Terra brasilis“ bewusst verzichtet. Farben und Licht gestalten den Raum, dazu kommen die wunderbaren Kostüme von Rosa Ana Chanzá...Die Compagnie wirft sich mit großem Enthusiasmus in diese drei Stücke und präsentiert dabei eine verblüffende und wunderschöne Vielfalt von Können auf allerhöchstem Niveau.

    Westfalenpost / Westfälische Rundschau

    Besetzung | So 09.03.2014 / 18:00 Uhr

    • Impromptu / Solo
    • Impromptu / DuettEunji Yang
    • Impromptu / Solo
    • Impromptu / Gruppe Ensemble
    • Ausschnitte / Trio
    • Ausschnitte / Duett
    • Ausschnitte / Gruppe Ensemble
    • Tupi, or not tupi that is the question / Solo
    • Tupi, or not tupi that is the question / Quartett
    • Eunji Yang
    • Tupi, or not tupi that is the question / Duett
    • Leszek Januszewski
    • Tupi, or not tupi that is the question / Gruppe Ensemble

    Auf einen Blick

    Theater- und Konzertkasse:
    02331/207-3218