Antony Hermus ist bekannt für seine ansteckend positive Einstellung zum Leben und zur Musik sowie für sein natürliches Talent, Musiker*innen dazu zu motivieren, ihr Bestes zu geben. Sein dramatisches Gespür, sein Sinn für musikalische Linienführung und seine klare Herangehensweise kommen im Opernhaus ebenso gut zur Geltung wie im Konzertsaal.
Hermus ist bis zum Sommer 2026 Chefdirigent des Belgian National Orchestra und führt das Ensemble in dieser Saison auf eine Tournee mit fünf Konzerten nach Korea, zur Queen Elisabeth Competition und in dessen Heimatsaal BOZAR in Brüssel. Von 2015 bis 2024 war er Erster Gastdirigent des Noord Nederlands Orkest und ist nun sein Ehrendirigent auf Lebenszeit. In dieser Saison dirigiert er dort Mahlers 8. Sinfonie im Rahmen eines laufenden Mahler-Zyklus.
In dieser Saison gibt er sein Operndebüt an der Finnish National Opera mit einer Neuproduktion von Hänsel und Gretel. Seit 2019 ist er Erster Gastdirigent der Opera North; sein Dirigat einer halbszenischen Produktion von Simon Boccanegra erhielt in der vergangenen Saison sowohl auf Tournee als auch im Southbank Centre 5-Sterne-Kritiken.
Zu seinen Gastengagements in dieser Saison zählt die Rückkehr zum Danish National Orchestra, zum Royal Philharmonic Orchestra, zum Koninklijk Concertgebouworkest, zum Residentieorkest und zur Auckland Philharmonia sowie Debüts bei der Barcelona Symphony und beim Orchestre National Bordeaux Aquitaine. Er trat weltweit mit zahlreichen Orchestern auf (mit vielen davon regelmäßig), darunter insbesondere das Netherlands Radio Philharmonic Orchestra, Rotterdam Philharmonic Orchestra, BBC Scottish Symphony Orchestra, BBC National Orchestra of Wales, Philharmonia Orchestra, Helsinki Philharmonic Orchestra, Swedish Radio Symphony Orchestra, Orchestre National de Lyon, Strasbourg Philharmonic Orchestra, Bamberger Symphoniker, Orquesta Sinfonica da Galicia, Melbourne Symphony Orchestra, Oregon Symphony, Vancouver Symphony Orchestra und das Seoul Philharmonic Orchestra.
Für Antony Hermus ist Musik ein wesentlicher Bestandteil des Lebens und der Gesellschaft. Stets die Grenzen traditioneller Konzertprogramme sprengend war Antony an zahlreichen unkonventionellen Projekten beteiligt, wie beispielsweise Ligeti beim Lowlands-Rockfestival und Symphonic Cinema (Mahler/Strawinsky). Er war Initiator der preisgekrönten SCRATCH-Konzerte in Hagen und der ersten Aufführungen von Tweetfonie (52 Weltpremieren an einem Tag) in Deutschland während seiner Residenz beim Internationalen Kurt Weill Fest Dessau.
Antony Hermus engagiert sich leidenschaftlich für die Förderung der nächsten Generation junger Musiker*innen; er ist Gastprofessor am Conservatorium van Amsterdam und im Programm National Master of Orchestral Conducting. Zudem unterrichtet er regelmäßig an der Sibelius-Akademie und am Royal Northern College of Music, wo er 2025 in Anerkennung seines Beitrags zum Musikleben im Norden Englands zum Fellow ernannt wurde. Außerdem ist er künstlerischer Berater des Nationalen Jugendorchesters der Niederlande.
Foto: Marco Borggreve