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Kammermusik im Emil Schumacher Museum

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    Kammermusik im Emil Schumacher Museum

    Konzert und Ausstellungsbesuch

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    Das komplette bisherige Couch-Theater-Programm finden Sie in unserer Mediathek.

    Samstag, 30. Mai / 19:30 Uhr
    theaterhagen.de

    Beschreibung

    Online: 7 Tage

    Zu Bachy Things von Brian E. Lynn

    Dieses etwa zehn Minuten lange Stück ist ein Beispiel für eine Musik, die mit bestimmter Absicht und vor dem Hintergrund unmittelbarer Aufführung komponiert wurde. Der Komponist selbst, geboren 1954, hat eine Vielzahl von Stücken für Posaunenensembles vorgelegt, die sämtlich diesem Zweck zugedacht sind. Unter der Verwendung von Techniken des Generalbasszeitalters entsteht hier eine humorvoll-verspielte Hommage an den im Titel anklingenden barocken Meister.

     

    Über Extremely Urgent von Wolfram Winkel

    Wie Eugene Novotney ist auch Wolfram Winkel ein Komponist, der mit engem Bezug zu den Instrumenten des Schlagzeugs arbeitet. Als Instrumentalist arbeitete er mit dem Ensemble Modern und gastierte als Solist bei Orchestern wie dem Radio-Sinfonieorchester Saarbrücken und dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Als Pädagoge leitete er Rhythmikkurse an der Münchner Musikhochschule. In dem 2002 entstandenen Stück Extremely Urgent kann der Titel programmatisch verstanden werden: Das rasche Tempo, dass der Komponist hier vorsieht, wird ergänzt durch die Klangfarben von Tomtoms, chinesischen Becken und großer Trommel.

     

     

    Anmerkungen zu Dimitri Terzakis und seinem Stück Östliche Partita

    Im Laufe der Jahre entwickelte er als "Komponist zwischen zwei Welten" eine eigene musikalische Sprache, die in den Musikkulturen Griechenlands und des östlichen Mittelmeerraumes wurzelt. Trotzdem ist Terzakis keinesfalls ein bloßer Nachahmer der uralten Traditionen seiner Heimat. Er nutzt jedoch deren technischen Elemente, um eine eigene Ausdrucksweise zu entwickeln, in der horizontale, also melodische Bildungen überwiegen. Diese Melodik bedient sich nicht des temperierten Systems der abendländischen Musik, sondern verwendet in vielfältigen horizontalen Operationen Mikrointervalle, die kleiner als Halbtöne sind. Terzakis versteht seine Musik als eine Art "Bluttransfusion" in die Adern der abendländischen Musik, die durch jahrhundertelange Isolation von den großen ost- und außereuropäischen Musikkulturen in eine Art Sackgasse geraten ist.

    So heißt es in der Biographie des Komponisten. Obgleich Terzakis bei Bernd Alois Zimmermann an der Kölner Musikhochschule studiert und somit den Unterricht eines wesentlichen Vertreters der seriellen Avantgarde besucht hatte, behielt er in seinem Schaffen doch einen gesanglich-lyrischen Gestus bei, der sich auch in der Östlichen Partita aus dem Jahr 2018 zeigt. Hier werden die melodischen Linien der Oboe durch Klänge des Vibraphons begleitet, so dass ein gänzlich ungewohntes Klangbild entsteht.
     

    Gesänge der Gefangenschaft: Piri von Isang Yun

    Isang Yun hatte nach ersten kompositorischen Erfolgen in seiner koreanischen Heimat den Weg an das Pariser Konservatorium und schließlich an die Berliner Universität der Künste gefunden. Gerade an letzterer Stätte wurde sein kompositorisches Denken entscheidend geprägt: Bei dem Schönberg-Schüler Josef Rufer ließ er sich in die Theorie der „Komposition mit zwölf nur aufeinander bezogenen Tönen“ einweihen und sein Kompositionslehrer Boris Blacher, der selbst in Asien aufgewachsen war, ermutigte ihn darin, sich mit der musikalischen Kultur Koreas zu beschäftigen. Die Synthese von traditionellen Musiken des asiatischen Raums und den Kompositionstechniken der europäischen Avantgarde prägt die Klangsprache Yuns, der in den fünfziger Jahren auch zu den Zentren der musikalischen Moderne in Darmstadt und Donaueschingen fand. Deutlich wird dies zumal in diesem Stück mit dem Titel Piri, welches sich der Bezeichnung nach auf ein Instrument der koreanischen Hofmusiken bezieht. Für die Exegese dieser Komposition ist entscheidend, dass diese asiatische Variante der Oboe als ein Instrument des seelischen Ausdrucks gilt, denn Yun schrieb das Stück kurz nach seiner Freilassung aus koreanischer Haft, in die er wegen des Verdachts des Landesverrats geraten war. Der Oboist und Dirigent Heinz Holliger bemerkt hierzu:

    Piri ist der Name eines Instrumentes, der koreanischen Oboe. Yuns Komposition aus dem Jahr 1971 weist über eine bloße Studie der virtuosen Möglichkeiten des Instruments weit hinaus. Das Werk beginnt in der Zerrissenheit extremer Lagen-wechsel und endet mit Mehrklängen, die als Gebet gedeutet wurden. »Die Oboe ist hier die Stimme des Gefangenen im Kerker. Sie drückt Leiden aus, aber auch den großen Versuch, die äußere Unfreiheit zu übersteigen und zu geistiger Freiheit zu gelangen. Die vielen, immer neuen Anläufe und Auf-schwünge der Oboe sind die Versuche des Gefangenen, sich geistig zu erheben, so wie der Vogel sich immer aufs Neue in die Lüfte wirft. Schließlich gelingt es der Oboen-Seele, sich in der Höhe und Freiheit zu halten. Das Stück ist ein Virtuosen-Stück. Aber die Virtuosität ist kein Selbstzweck. Sie ist vielmehr der Ausdruck für die unerhörten Möglichkeiten der menschlichen Seele, sich über jeden äußeren Zwang zu erheben. Gerade jene Stellen, die äußerste Virtuosität verlangen, die Mehrklänge, sind Ausdruck des eigentlichen Sinns: Darstellung einer tiefreligiösen Haltung: des Gebets, das nicht bittet, sondern sich gelassen einem großen Schicksal fügt. Der Beter ist nicht allein. Ihm antwortet, wenn auch oft leise und von fern her, sein göttlicher Helfer.« 
     

    Zu A Minute of News von Eugene Novotney

    Hier handelt es sich um ein recht kurzes und bewegtes Stück für die kleine Trommel, dessen Aufführung – seinem Titel widersprechend – etwa zwei Minuten in Anspruch nimmt. A Minute of News entstammt unmittelbar aus der Musizierpraxis, denn Eugene Novotney ist selbst Schlagzeuger und hat als Komponist vielzählige Werke für seine Instrumentengruppe vorgelegt. Einige seiner Kompositionen haben dabei große Anerkennung unter den Instrumentalisten gefunden und auch dieses Stück wurde zum Vorspiel bei verschiedenen Wettbewerben ausgewählt. Dennoch ginge man fehl, wenn man A Minute of News allein als Beispiel für instrumentale Virtuosität versteht. Der Komponist begibt sich hier auf die Suche nach neuen Klangmöglichkeiten, die er durch ungewöhnliche Spieltechniken und den Einsatz verschiedener Schlägel erreicht.

    Auf einen Blick

    Theater- und Konzertkasse:
    02331/207-3218