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Orpheus und Eurydike

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    Orpheus und Eurydike

    Oper von Christoph Willibald Gluck

    Oper in drei Akten

    In italienischer Sprache mit deutschen Übertexten

    In der Fassung der Uraufführung, Wien 1762

    Donnerstag, 18. Juni / 19:30 Uhr
    Konzert Theater Coesfeld
        Osterwicker Str. 31, 48653 Coesfeld

    Beschreibung

    Che farò senza Euridice?
    Dove andrò senza il mio ben?

    (Was werde ich ohne meine Eurydike tun?
    Wohin kann ich ohne meine Geliebte gehen?)
                                                                                                 
    Orfeo

    Am Anfang von Glucks Oper Orpheus und Eurydike steht Orpheus‘ tief empfundene Trauer um seine verstorbene Frau Eurydike. Ein Leben ohne sie kann er sich nicht vorstellen. Auch die Götter haben Mitleid mit Orpheus, der seinen Verlust so wunderschön besingt: Sie erlauben ihm, lebendig das Reich der Toten zu betreten – als Versuch, die Geliebte von dort ins wirkliche Leben zurückzuholen.
    Auf dem Weg ins Elysium muss Orpheus zunächst an den Furien vorbei, die er durch seinen Gesang besänftigen kann. Doch die Wiederbegegnung mit Eurydike ist getrübt: Die Götter haben Orpheus verboten, sich zu ihr umzudrehen – wenn er es doch tut, kann seine verstorbene Frau das Totenreich nicht mit ihm verlassen …

    Diese erste so genannte „Reformoper“ in italienischer Sprache wurde 1762 in Wien uraufgeführt. Mit etwa 90 Minuten Dauer und einem nur dreiköpfigen Solistenensemble gegenüber einem ausgiebig eingesetzten Chor in schnell wechselnden Rollen zeigt das Werk formal eine bewundernswerte Knappheit der Mittel, die als Verstärkung des Ausdrucks wirkt. Zu Recht gilt Glucks Orpheus-Oper bis heute als Kleinod höchster Opernkunst, weil sich in dieser Musik das so menschliche Schicksal des tragischen Sängers unwiderstehlich mitfühlen lässt.

    Die Regisseurin Kerstin Steeb und ihr Team bringen Orpheus und Eurydike auf die Bühne des Theaters Hagen und greifen dabei Fragen rund um Trauer und Tod auf, die in Glucks Meisterwerk anklingen.

    Rezensionen

    Ein Abend voller Glücksmomente

    Am Theater Hagen macht die hochbegabte junge Mezzosopranistin Anna-Doris Capitelli jetzt Glucks Orpheus und Eurydike zu einem Abend voller Glücksmomente und tiefer Erkenntnisse. Zusammen mit einem großartigen Ensemble sowie Bildern voller Macht und Poesie entsteht eine berührende Inszenierung über Trauer, Tod und Loslassen. Das Publikum feiert sie mit lang anhaltendem Beifall im Stehen. […] Die Macht und die Schönheit dieser reduzierten Schwarz-Weiß-Bilder ist überwältigend. In ihnen gewinnt die spätbarocke Musik ein Schwingen und Schweben, das Glucks Töne sprachmächtig werden lässt. […] Die Philharmoniker spielen mit flexiblem, federndem Puls; die Streicher setzen wenig Vibrato ein, das verleiht dem Satz wunderbare Transparenz. […] Angela Davis singt die Eurydike mit tragfähigem, farbenreichem Sopran. Und Anna-Doris Capitelli ist mit einem ungewöhnlich schön timbrierten, gut geführtem Mezzosopran gesegnet, mit dem sie ihren Orpheus zum Herzensbruder aller Trauernden macht.

    Westfalenpost / Westfälische Rundschau

    Begeisterter Beifall

    Mit einer ebenso sensiblen wie intensiven Neuproduktion von Christoph Willibald Glucks Oper Orpheus und Eurydike beschert das Theater Hagen seinem Publikum anderthalb nachdenklich stimmende Stunden auf hohem Niveau. Sowohl szenisch als auch musikalisch.[…] Das alles inszeniert Steeb mit feiner, äußerst detailreich ausgearbeiteter Personenführung, die jede Erschütterung der Personen minutiös zum Ausdruck bringt. […] Für adäquate Bilder sorgt das Bühnen- und Kostümbildner-Duo Lorenza Diaz Stephens und Jan Hendrik Neidert mit einfachen, aber umso schlüssigeren und eindrucksvollen Ideen. […] Das Philharmonische Orchester Hagen wird von Steffen Müller-Gabriel mit viel Gespür für den elegischen Tonfall, aber auch für die dramatischen Zuspitzungen des Stücks durch den Abend geführt. Einen vokalen Kraftakt hat Anna-Doris Capitelli in der Titelrolle zu bewältigen. Eine charismatische junge Sängerin mit einem in allen Lagen weich und mühelos ansprechenden Mezzosopran […] Angela Davis verkörpert eine ungewöhnlich dynamische Eurydike, die dem Drängen und Flehen ihres Gatten selbstbewusst entgegentritt. Entsprechend kraftvoll setzt sie ihren gesunden Sopran ein, so dass das große Duett im Schlussakt einen Höhepunkt an Spannung beschert. […] Begeisterter Beifall des Premieren-Publikums für eine eher stille und introvertierte Produktion, die zu den besten der Hagener Saison zählen dürfte.

    O-Ton, Kulturmagazin mit Charakter

    Große Kunst in Hagen

    Am 29. Februar konnten die Mitglieder des Theater Hagen wieder einmal eine Premiere auf die Bühne bringen, auf die sie stolz sein können. […] Der Chor hatte am heutigen Abend nicht nur gesanglich, sondern auch choreografisch einiges zu leisten und zu bieten, was auch in gewohnter Weise hervorragend gelang. Es blieben keine Erwartungen unerfüllt. Aus dem Ballettensemble wirken bei jeder Vorstellung acht Tänzer*innen mit Die Choreografie wurde von Mitgliedern der Compagnie und Francesco Vecchione gemeinsam erarbeitet. Eine kraftvolle, moderne tänzerische Darbietung. Chor und Ballett verschmolzen zu einer Gruppe, deren Sogwirkung man sich nicht entziehen konnte. […] Die Hagener zeigen wieder einmal, auch kleinere Häuser machen großartige Kunst. Nachdem der letzte Ton verklungen war, durften sich die Künstler*innen auf der Bühne mehr als verdient in einem Applaus baden, der mehr als 10 Minuten andauerte und diverse Vorhänge erforderte.

    Das Opernmagazin

    „Gesamtkunstwerk“

    Schon allein der drei Sängerinnen wegen lohnt es sich, nach Hagen zu fahren und eine Vorstellung von Glucks Orpheus und Eurydike zu besuchen. […] Sängerinnen und Chor waren hörbar eng verzahnt mit dem Orchester, sichtbar im halb hochgefahrenen Graben sitzend, unter Steffen Müller-Gabriel. So wurden die emotionalen Aufs und Abs der Personen schon allein durch die musikalische Umsetzung sehr deutlich. Das wird bei vielen Besuchern noch lange nachklingen. Insgesamt: Das Ineinandergreifen von Gesang, Musik, Ballett und Inszenierung war so dicht, dass der Gedanke an ein frühes „Gesamtkunstwerk“ nicht ganz fehl am Platze sein dürfte.

    Deianira. Das Kulturportal.

    Besetzung | Do 18.06.2020 / 19:30 Uhr

    Auf einen Blick

    Theater- und Konzertkasse:
    02331/207-3218