Zwei Geschichten über Liebe, Eifersucht und gesellschaftliche Zwänge.
In Pietro Mascagnis Cavalleria Rusticana sieht sich Santuzza mit einer schweren Vorahnung konfrontiert: Sie glaubt, dass ihr Mann Turiddu sie mit seiner ehemaligen Geliebten Lola betrügt. Als sich der Verdacht erhärtet, kommt es zur Eskalation. Denn Lolas Ehemann Alfio hält am sizilianischen Ehrenkodex fest – und der kennt für den Ehebruch nur eine Konsequenz: das Duell bis zum Tod.
Eifersucht treibt auch Canio, den Direktor einer Schauspieltruppe in I Pagliacci, an. Durch seine cholerischen Ausfälle hat er seine Frau Nedda in die Arme des Bauern Silvio getrieben. Als Canio kurz vor dem nächsten Auftritt der Truppe von der Affäre erfährt, verschwimmen für ihn auf der Bühne Realität und Fiktion – die Stegreif-Komödie wird zur Tragödie.
Mascagnis und Leoncavallos Meisterwerke begründeten im Italien des späten 19. Jahrhunderts den Stil des Verismo, in dessen Zentrum die Alltagskonflikte der ‚einfachen‘ Menschen stehen. In der Lesart der italienischen Regisseurin Pamela Recinella wird das Opern-Doppel zu einer Geschichte über gesellschaftlichen Stillstand und den menschlichen Willen nach persönlicher Entfaltung. Julia Katharina Berndt, die am Theater Hagen zuletzt Platée ausgestattet hat, entwirft Bühne und Kostüme.