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KAMMERMUSIKABEND

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    KAMMERMUSIKABEND

    AUS DEM DUNKELN EIN LICHT – מאפל

    Musik von Gideon Klein und Jake Heggie
    Zwei Werke, zwischen denen fast siebzig Jahre liegen und die doch dieselbe Frage stellen: Wie lässt sich bewahren, was Menschen im Angesicht der Vernichtung gedacht, gefühlt und geschaffen haben?

    Nike Tiecke (Sopran), Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Hagen 

    Tickets an der Theaterkasse.

    Beschreibung

    Gideon Klein (1919–1945)
    Trio für Violine, Viola und Violoncello (1944)
    Gideon Klein, 1919 im mährischen Přerov geboren, galt als eines der größten musikalischen Talente seiner Generation. Im Dezember 1941 wurde er nach Theresienstadt deportiert und wurde dort als Pianist, Komponist und Organisator zu einer zentralen Figur des Musiklebens im Ghetto. Das Streichtrio ist sein letztes Werk: Er vollendete es neun Tage, bevor er im Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert wurde. Im Januar 1945 kam er im Lager Fürstengrube ums Leben, gerade 25 Jahre alt. Das Trio verbindet die Klangsprache der Moderne mit der Volksmusik seiner mährischen Heimat. Im Zentrum steht ein Variationssatz über ein mährisches Volkslied, voller Wehmut und zugleich von erstaunlicher Lebenskraft. Dass die Noten erhalten blieben, ist seiner Freundin Irma Semtzka zu verdanken, die das Manuskript nach dem Krieg Kleins Schwester Eliška übergab.

    Jake Heggie (*1961)
    Another Sunrise (2012)
    Oper in einem Akt für Sopran und Ensemble. Libretto: Gene Scheer, nach Krystyna Żywulskas Erinnerungen „Ich überlebte Auschwitz“ (1946)

    Jake Heggie zählt zu den meistgespielten Opernkomponisten der Gegenwart, international bekannt wurde er mit „Dead Man Walking“ und „Moby-Dick“. „Another Sunrise“ entstand als Auftragswerk von Music of Remembrance in Seattle, einer Organisation, die sich der Erinnerung an die Musik und die Musikerinnen und Musiker des Holocaust widmet, und wurde dort im Mai 2012 uraufgeführt.

    Im Mittelpunkt steht die polnische Jüdin Krystyna Żywulska, geboren als Sonia Landau. Sie floh aus dem Warschauer Ghetto, arbeitete unter falschem Namen im Widerstand, wurde 1943 verhaftet und als politische Gefangene nach Auschwitz-Birkenau gebracht. Dort schrieb sie Lieder und Gedichte, die die Häftlinge auswendig lernten und weitergaben, weil Aufschreiben lebensgefährlich war. Sie überlebte, entkam auf einem Todesmarsch und lebte nach der antisemitischen Kampagne in Polen 1968 zuletzt in Düsseldorf. Die Oper kreist um ihr Überleben und um die Frage, wie sich das Unvorstellbare jenen erzählen lässt, die nicht dabei waren.

    Besetzung

    Auf einen Blick

    Theater- und Konzertkasse:
    02331/207-3218