Vorstellungen / Termine
Salome

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    Diese Produktion wird unterstützt von:

    Salome

    Oper von Richard Strauss

    Oper in einem Akt
    Libretto von Oscar Wilde
    deutsch von Hedwig Lachmann
    eingerichtet von Richard Strauss
    In deutscher Sprache mit Übertiteln
    Ab 15 Jahren

    Hier können Sie das Programmheft downloaden.

    Aufführungsdauer: ca. 1 Stunde 50 Minuten, keine Pause

    Hinweise auf sensible Inhalte und sensorische Reize

    Beschreibung

    Salome lebt am Hof ihrer Mutter Herodias und ihres Stiefvaters Herodes. Immer wieder hört die Prinzessin die Stimme des Propheten Jochanaan, der dort gefangen gehalten wird. Von lustvoller Faszination getrieben sucht sie die Begegnung mit dem Asketen und möchte ihn küssen, doch er wehrt ihre Annäherungsversuche ab. Ihr lüsterner Stiefvater erklärt sich bereit, Salome jeden Wunsch zu erfüllen, wenn sie für ihn tanze. Mit ihrer Forderung schockiert die Prinzessin allerdings, denn sie will den Kopf des Jochanaan – präsentiert auf einem Silbertablett.

    Mit seinem Einakter Salome schuf Oscar Wilde 1893 ein Drama von fesselnder Eindringlichkeit. In ihm wird die titelgebende judäische Prinzessin, Projektionsfläche erotischer Fantasien wie dämonisierte Rebellin, zum Sinnbild des Konflikts zwischen Askese und Leidenschaft. Richard Strauss adaptierte den Dramentext zu einer Oper, die bereits vor der Uraufführung 1905 zum regelrechten Skandalstück wurde. Das liegt nicht nur an der Handlung, die bewusst mit den Grenzen der damaligen Sittlichkeit spielt und sie über weite Strecken überschreitet, sondern auch an Strauss’ überwältigender Musik, die Wildes Text eine völlig neue Dimension verleiht. Die Kombination von spätromantischen schillernden Klangwelten und radikaler Kompositionssprache der frühen Moderne erstaunte und begeisterte das Publikum der damaligen Zeit gleichermaßen. Salome wurde zum Welterfolg und Strauss dadurch zum reichen Mann.

    Die junge Regisseurin Noa Naamat, die u. a. bereits am Royal Opera House Covent Garden sowie an der Königlichen Oper Kopenhagen gearbeitet hat und u. a. in Dresden, Weimar und Schwerin inszenierte, wird gemeinsam mit Ausstatterin Bettina John Richard Strauss’ Meisterwerk auf die Bühne des Theater Hagen bringen.

    Fotos: Thilo Beu und Leszek Januszewski

    Rezensionen

    Packend und erschütternd

    Die wohl eindringlichste und schonungsloseste Inszenierung von Richard Strauss’ Oper Salome, die ich bisher erlebt habe. […] Es gibt Momente in dieser Inszenierung, die befremdlich, nahezu abstoßend wirken […], aber taucht man tiefer in die Geschichte dieser Hagener Salome ein, bekommen auch solche Szenen einen traurig-wahrhaften Sinn.

    Die musikalische Umsetzung dieses Werkes war beachtlich! Zunächst sei hier das Philharmonische Orchester Hagen erwähnt, das unter der Leitung ihres GMD Sebastian Lang-Lessing dieser Partitur Klangfülle, Dramatik und sehr viel Ausdruck verliehen.

    In der Titelpartie war Serenad Uyar zu erleben, die, regiebedingt, oft bis an die Grenzen ihrer Darstellungskraft gehen musste. Dabei der Partie aber viel gesangliches Profil verlieh und auch die geforderten exponierten Spitzentöne im Finale der Oper setzte. […] Als ihr „Objekt der Begierde“ Jochanaan war mit Insu Hwang ein Bariton von großer Klangfülle und Klangpracht in Hagen zu erleben. […] Einen Herodes wie Ks. Richard van Gemert wünscht sich bestimmt so manches Theater. Sein darstellerischer Einsatz war schlichtweg großartig und sängerisch

    Salome als packendes, erschütterndes und aufwühlendes Seelendrama und Psychogramm in einer besonderen Lesart der Regisseurin Noa Naamat mit einer wahrhaft langen Nachhallzeit. Knapp zwei Stunden die es lohnen dem Theater Hagen und seiner Salome einen Besuch abzustatten.

    (Der Opernfreund)

    Eine hochintelligente Neudeutung

    Noa Naamat zeigt eine hochintelligente Neudeutung. […] Wir werden nicht in die frühchristlichen Zeiten geführt, sondern wir sind in der Gegenwart und ein Flugzeug ist gecrashed. Die Figuren sind in einer Situation, die man aus vielen apokalyptischen Filmen und Serien wie zum Beispiel The Walking Dead kennt. […]

    Die große Kunst von Noa Naamat und Hagens Generalmusikdirektor Sebastian Lang-Lessing ist, dass sich hier Musik und Szene absolut vereinen.[…] Alles entwickelt sich natürlich aus der Handlung heraus. Und es ist auch absolut spannend und führt auch am Schluss zu einem ganz anderen Bild von Salome. […] Sebastian Lang-Lessing dirigiert unglaublich effektvoll mit einem riesigen Gespür für Theater und Dramatik. Das ist richtig erzählend und ergänzt sich wirklich großartig mit dem, was auf der Bühne gespielt, gesungen und gefühlt wird.

    (Deutschlandfunk)

    Szenen, die unter die Haut gehen

    Regisseurin Noa Naamat […] verlagert die Handlung in das postapokalyptische Szenario nach einem Flugzeugabsturz. In der existenziellen Ausnahmesituation entspinnt sich ein faszinierendes Geflecht menschlicher Niederungen und Abgründe.

    Gradmesser für eine gelungene Salome-Inszenierung ist immer auch der Tanz der sieben Schleier. […] Entsprechend gibt es in Hagen kein choreografiertes Klischee orientalischer Folklore. Der Tanz gerät zur brutalen Abrechnung Salomes mit dem Missbrauch durch Herodes und der stillschweigenden Billigung ihrer Mutter. So eindringlich, so verletzlich hat man die ikonische Szene selten erleben dürfen. […] Es sind ungemein intensive, zutiefst verstörende Szenen, die unter die Haut gehen. In den Zeiten von Gisele Pelicot und den Epstein-Akten glaubt man, die Abgründe des Abscheulichen bereits gesehen zu haben. In Hagen erlebt man den Alptraum in Echtzeit auf der Bühne. Das Unfassbare fassbar zu machen, gelingt in der Hagener Neuinszenierung, die aktueller und packender kaum sein könnte.

    Der Opernskandal der Jahrhundertwende ist mehr als einhundert Jahre später wieder zu spüren und seine verstörende Faszination auch in der Gegenwart erlebbar.

    (O-Ton)

    Ein Hauch von Untergangsstimmung

    Vorwegnehmen darf man die herausragende Leistung der türkisch-französischen Sopranistin Serenad Uyar in der Titelrolle. […] Die Sängerin behauptet sich nicht nur mit enormer stimmlicher Kondition gegen die orchestralen Klangfluten, sondern wird von der israelischen Regisseurin Noa Naamat auch szenisch auf Trab gehalten.

    Die Handlung läuft in Hagen nicht im dekadent orientalischen Palast des Herodes ab, sondern im du um das Wrack eines abgestürzten Flugzeugs. Damit bietet die Bühnenbildnerin Bettina John einen eindrucksvollen Blickfang, der vom ersten Takt einen Hauch von Untergangsstimmung verströmt.

    Ein Kabinettstück an stimmlicher Präsenz und brillanter Charakterisierung der schillernd-lüsternen und letztlich zutiefst verunsicherten Figur des Herodes liefert Richard van Gemert.

    (Westfalenpost / Westfälische Rundschau)

    Skandalös und modern

    Dem Theater Hagen gelingt eine packende Umsetzung von Strauss' Meisterwerk, die durch die szenische Modernisierung nachvollziehbar macht, wie skandalös und dabei aber auch modern die Oper eigentlich ist.

    (Online Musik Magazin)

    Menschlichkeit und Schrecken

    Noa Naamat bringt sichtbaren Schrecken auf die Bühne, Kunstblut, Dreck und Gewalt. […]

    Es ist Serenad Uyars herausragende Darstellung, die durchweg an Salomes Menschlichkeit erinnert. Mit ihrer Stimme zeigt sie die verletzlichen Momente Salomes, durchschneidet den unnachgiebigen Orchesterklang mit zarten Tönen.

    (Ruhr Nachrichten)

    Besetzung

    Auf einen Blick

    Theater- und Konzertkasse:
    02331/207-3218