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Geschichten aus dem Wiener Wald

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    Geschichten aus dem Wiener Wald

    Oper in drei Akten von HK Gruber

    Libretto von Michael Sturminger

    Nach dem gleichnamigen Stück von Ödön von Horváth

    Aufführungsdauer: 3 Stunden
    Eine Pause

    Mit deutschen Übertiteln

    Beschreibung

    Im Wiener Wald an der schönen blauen Donau wird Verlobung gefeiert: Marianne, Tochter des Spielwarenhändlers Zauberkönig, soll nach dem Willen ihres Vaters den Fleischhauer Oskar, Inhaber der benachbarten Metzgerei, heiraten. Marianne kennt ihn seit Kindertagen, mit Liebe hat das nicht viel zu tun. Als plötzlich Alfred auftaucht, eine Zufallsbekanntschaft vom Tag zuvor, und mit ihr zu flirten beginnt, sieht sie ihre Chance gekommen: Er soll sie vor der Hochzeit mit dem brutalen Metzger bewahren,ihn will sie lieben. Die Verlobung platzt, der Vater verstößt sie – doch statt desersehnten Glücks erfährt Marianne bald immer tiefere Not. Alfred lässt sie sitzen, das gemeinsame Kind, das bedenklich hustet, ist bei seiner Großmutter in der Wachau untergebracht, und Marianne hat nichts gelernt, womit sie sich über Wasser halten könnte.

    Ödön von Horváth, Zeitgenosse Bert Brechts und genauer Chronist der sich brutalisierenden Gesellschaft der Zwischenkriegszeit, zeichnet mit seinen Geschichten aus dem Wiener Wald ein erschütterndes Bild einer kleinen Gruppe von Menschen in einer stillen Straße in Wien. Sie reden, wie die Menschen halt reden: Meist aneinander vorbei, so dass sie gar nicht merken, wie wenig sie tatsächlich von sich selbst und voneinander wissen. Ihre Gefühllosigkeit wird für Marianne, die nichts mehr gesucht hat als ihren eigenen Weg zu ihrem Glück, zur Katastrophe.

    Eine Sprache voller Floskeln und Sprüche, ein genau kalkulierter Sprechrhythmus, der immer wieder in Momenten der Stille versiegt, dazu Musikzitate aus Walzern und Volksliedern: Horváths Volksstück aus dem Jahr 1931 ist als Vorlage für eine Oper überaus geeignet. Der Autor selbst hatte sich eine Vertonung durch Kurt Weill gewünscht. Nun hat mit HK Gruber ein Komponist das Stück zum Opernstoff gewählt, der ein großer Verehrer – und bedeutender Interpret – der Musik Kurt Weills ist. HK Gruber, 1943 in Wien geboren, Musiker, Chansonnier, Dirigent und Komponist, ist eine der schillerndsten Figuren der aktuellen Musikszene. Die Geschichten aus dem Wiener Wald wurden 2014 bei den Bregenzer Festspielen mit großem Erfolg uraufgeführt. Der Kurier schrieb über die Oper: »Sturminger hat Horváths Drama behutsam gestrafft, auf die Essenz reduziert und dennoch den Tonfall, das Idiom des Autors in jedem Satz perfekt eingefangen. HK Gruber hat dazu eine Musik geschrieben, die grandios zwischen allen Genres changiert. Klassisch-tonal, jazzig, mit Versatzstücken aus Wienerlied und Walzer virtuos spielend, dann bitterböse dramatisch – Grubers Universum zieht stets in den Bann.«

    Mit der Inszenierung dieser Oper beendet Norbert Hilchenbach seine zehnjährige erfolgreiche Intendanz in Hagen.

    Rezensionen

    Beifall im Stehen für hochmotiviertes Ensemble

    »Jeannette Wernecke ist mit ihrem unschuldigen himmelhohen Sopran die ideale Besetzung für diese Marianne, die aus Dummheit und Naivität einen Fehler nach dem anderen begeht und dafür hart bestraft wird. Mezzosopranistin Kristine Larissa Funkhauser schafft es als Valerie, den stets präsenten Gossenslang punktgenau aufblitzen zu lassen. Bariton Kenneth Mattice spielt und singt einen hinreißenden Alfred, der von Marianne gedrängt wird, seine Rennbahngeschäfte aufzugeben, was das Ende der Affäre beschleunigt. [...] GMD Prof. Florian Ludwig und die Hagener Philharmoniker interpretieren die komplexe Partitur mit großem Können und Leidenschaft. Norbert Hilchenbach führt das Personal mit sicherer Hand durch ein stilisiertes 20er-Jahre-Milieu.

    Westfalenpost / Westfälische Rundschau

    Ein Soundtrack zum Abschied

    »Norbert Hilchenbach (bringt) das ungewöhnliche Stück in den sehr praktikablen und angenehm anzusehenden grauen Lückenwänden von Jan Bammes vor allem zu sich selbst, entblättert behutsam seine dramatische Substanz. [...] Kristine Larissa Funkhauser zeichnet die von Torschlusspanik geschüttelte Traffikantin Valerie unerhört plastisch, zumal sie sich auch im Zwischenreich zwischen Sprechen und Singen sehr wohl zu fühlen scheint. [...] Das Philharmonische Orchester spielt offenbar mit Freude und hörbar auf sehr hohem Niveau. Das zwölfköpfige Sängerensemble würde einem größeren Haus Ehre machen. Die Klarheit, mit der Marilyn Bennet die Großmutter als geradezu dämonisch berechnendes, fleischloses Monster zeichnet oder die Brillanz, mit der Jeanette Wernecke die mörderisch hohe Partie der von allen gequälten Marianne interpretiert, durchgängig textverständlich und ohne je die sehr individuelle Stimmcharakteristik zu opfern, findet man wahrlich nicht überall.«

    www.die-deutsche-buehne.de

    Berührende Inszenierung

    »In diesem Ambiente zeigt Hilchenbach noch einmal, was seine Regiearbeiten ausmacht. Er wählt stets klare Bilder, Szenen und bisweilen auch Posen – zeigt deutlich, was er meint. Da gibt es nirgendwo überfrachtete Symbolik oder hektische, bewegte Szenen. [...] Besonders berührend gerät Hilchenbach der Schluss: Alle Wogen haben sich geglättet. Das Leben geht weiter wie vor Mariannes Befreiungsversuch. Sie hat aufgegeben und Oskar kann sie auf seinen Armen wehrlos in einen trist-grauen Bühnenhintergrund tragen. Einer freudlosen Ehe oder der Schlachtbank entgegen. [...] Dazu tun auch Florian Ludwig und die Hagener Philharmoniker ihr Teil. Sie haben die Partitur völlig durchdrungen, machen ihre Differenziertheit erfahrbar. [...] Wie Jeanette Wernecke als Marianne die halsbrecherischen Anforderungen der Partie bewerkstelligt und dabei Naivität ebenso wie Herzblut Mariannes herausarbeitet, ist fantastisch. Kenneth Mattice als schmieriger Lover Alfred überzeugt mit warm-schmeichelndem Bariton. Martin Blasius (Josef) ist ein wirklich stumpf-polternder Kleinbürger und Kristine Larissa Funkhauser überzeugt als verlebte Tabakhändlerin, die auch noch ein wenig Spaß haben möchte.«

    http://theaterpur.net

    Ein musikalisch wie szenisch geglückter Abend

    »Dass Norbert Hilchenbach ein Solisten-Ensemble über Jahre hinweg gepflegt hat, zahlt sich nun auch in den „Geschichten“ aus: nahezu jede Rolle kann der Intendant aus eigenen Reihen besetzen. Und dies auf durchgehend hohem Niveau! Die wenigen Ensemble-Gäste fügen sich nahtlos ein. Etwa Martin Blasius als Mariannes Papa Josef, der sich wirklich als stumpf-polternder Kleinbürger aufführt. Jeanette Wernecke als Tochter Marianne fasziniert angesichts der geradezu halsbrecherischen Herausforderungen ihrer Partie, die sie mühelos bewältigt und dabei Naivität ebenso wie Herzblut spürbar werden lässt – fantastisch! Kenneth Mattice als schmieriger Lover Alfred überzeugt mit warm-schmeichelndem Bariton, Kristine Larissa Funkhauser verströmt ihren satten Mezzo als verlebte Tabakhändlerin, die auch noch ein wenig Spaß haben möchte.«

    nmz - neue musikzeitung

    Packende Inszenierung mit der genau richtigen Portion Humor

    »Insgesamt hält sich Norbert Hilchenbach recht nah an die Vorlage, tut sich weniger durch Aktualisierungenals durch exzellentes Regiehandwerk hervor. Seine Inszenierung ist packend und hat die genau richtige Portion Humor, welche dieallgegenwärtigen Boshaftigkeiten und Intrigen oft noch hervorhebt. Zugleich behalten die Figuren ein differenziertes Profil. Bei den‚Bösewichten‘ tun sich drei Ensemblemitglieder beeindruckend hervor. Kristine Larissa Funkhauser gibt als Valerie eine glänzendeIntrigantin mit Sexappeal, Kenneth Mattice den ‚Hallodri‘ Alfred, dem er durchaus auch sympathische Züge verleiht. MarilynBennett ist eine verhärmte, tatsächlich abgrundböse Großmutter. Unter den Gästen glänzt allen voran die junge SopranistinJeannette Wernecke als unschuldig naive Marianne mit jugendlichem, aber tragfähigem Timbre. Die Musik Grubers erklingt unterdem Dirigat von GMD Florian Ludwig farbenreich, kraft- und wirkungsvoll. Absolut sehens- und hörenswert!«

    Ruhrnachrichten

    Besetzung

    Auf einen Blick

    Theater- und Konzertkasse:
    02331/207-3218