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Jonny spielt auf

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Jonny spielt auf

Oper von Ernst Krenek

Oper in zwei Teilen von Ernst Krenek

Libretto vom Komponisten

Aufführungsdauer: 2 Stunden 45 Minuten
Eine Pause

Beschreibung

Ein unglücklicher Komponist, ein erfolgreicher Geiger und eine zwischen beiden hin und hergerissene Opernsängerin – schon diese Figurenanordnung verspricht eine spannende Dreiecksgeschichte, die sich überlagert mit einem Künstlerdrama. Doch dass Kreneks Oper Jonny spielt auf nach ihrer Uraufführung 1927 in Leipzig schlagartig zu einem der populärsten Werke der Weimarer Republik werden sollte, verdankt sie wohl einer anderen Figur: dem Titelhelden Jonny, der als afro-ameri- kanischer Jazz-Musiker die klassische Konstellation vielfach aufmischt. ...

Er stiehlt dem Geiger Daniello die Violine und mogelt sie, als die Polizei dahinter kommt, dem Komponisten Max unter; er ist mit der Französin Yvonne liiert und verkörpert überhaupt das Fremde, das mit seiner Lebensenergie und seiner völlig anderen Musik in die Welt der Europäer einbricht. Am Ende – da ist Daniello bereits unter die Räder eines Zuges geraten – wird er Max und der Sängerin Anita zur Flucht verhelfen, die ein Aufbruch ist in eine neue Zukunft. Jonny bleibt zurück mit der Geige, auf der er der Menge die mitreißende Musik der Neuen Welt vorspielt.

Krenek hatte sich ein paar Spielzeiten lang im Theater anstellen lassen, um dessen Möglichkeiten kennenzulernen. Dann nutzte er das „prächtige Spielzeug“, wie er die moderne Bühne nannte, lustvoll aus. Eisenbahn und Radio, das Tempo der oft überraschenden Handlung, Spielorte, die vom Gletscher über den Hotelkorridor bis zum Bahnsteig das unbehauste Lebensgefühl der Gegenwart vermitteln – das alles sind typische Elemente der Zeitoper, die der wachsenden Präsenz von Medien und Maschinen Rechnung trug.

Dass Jonny spielt auf sofort als Jazz-Oper tituliert wurde und sich als solche rasant über die Bühnen im In- und Ausland verbreitete, sah der Komponist mit zwiespältigen Empfindungen. Die Aufführungszahlen, die sogar die der Brecht/Weill‘schen Dreigroschenoper überrundeten, verschafften ihm zwar ein sehr gutes Einkommen, aber die Reduktion auf die Jazz-Elemente bekümmerte ihn. Die Schublade war ihm dann doch zu klein für eine Komposition, in der er mit vielfältigen Mitteln arbeitete. Mit der jazzigen Musik charakterisiert er Jonny und dessen Welt, für die anderen Figuren orientierte er sich, so seine eigene Beschreibung, an einem „frühromantischen Idiom... gelegentlich mit ein wenig dissonantem Gewürz“.

Rezensionen

Mit feiner Ironie inszeniert

»Hovenbitzer inszeniert mit feiner Ironie, handwerklicher Finesse und ohne historisch-politische Bezüge außerhalb des Librettos. [...]«

Ruhrnachrichten

Überraschende Theatererlebnisse

»Regisseur Roman Hovenbitzer und Hagens hervorragender Bühnenbildner Jan Bammes sind ein bewährtes Team, das überraschende Theatererlebnisse garantiert. [...] Die Rollenbesetzung ist erstklassig. Die Südtirolerin Edith Haller macht mit ihrem großen, strahlenden und immer jung und frisch klingenden Sopran die Anita zu einer Frau, die selbstbewusst genug ist, um ihre Karriere bei aller Liebe keinem Mann unterzuordnen. Die Tenor-Partie des Komponisten Max ist ein Höllenritt, der hohe Töne ebenso verlangt wie Ausdauer und Kraft. Hans-Georg Priese hat all das und kann damit Verschrobenheit, Einsamkeit und Sehnsucht zeigen. [...] Kenneth Mattice ist mit seinem schönen und gut geführten Bariton ein charmanter Jonny, [...]. GMD Florian Ludwig setzt mit den engagierten Hagener Philharmonikern Kreneks Partitur sensibel zwischen Spätromantik, Volkslied, Ragtime und Moderne um.«

Westfalenpost / Westfälische Rundschau

ein weiterer Beleg für die ambitionierte und hochwertige Arbeit

»Hovenbitzers Personenführung besticht durch ihre Sorgfalt. [...] Gesanglich zahlt sich die vorbildliche Ensemblepflege des Hagener Theaters auch diesmal aus. Immerhin stellt das Werk Anforderungen auf dem Level großer spätromantischer Opern, [...]. Hans-Georg Priese bewältigt mit seinem recht konditionsstarken und dennoch kultivierten Tenor die kräftezehrende Partie des Max auf hohem Niveau. [...] Maria Klier präsentiert sich mit entwaffnender Koketterie und stimmlicher Geschmeidigkeit als anmutiges Stubenmädchen Yvonne.«

www.opernnetz.de

mutiges Musiktheater auf einem ausgezeichneten Niveau

»Durchweg herausragend war das Sängerensemble. Edith Haller (Anita) und Hans-Georg Priese (Max) navigierten in stimmlich gewichtigem Fahrwasser mit außerordentlichem Tiefgang und gaben ihren Figuren auch schauspielerisch ein ausgezeichnetes Profil. Alleine diese beiden machten den Abend zu einem Ereignis. Aber auch Maria Klier (Yvonne) mit zuweilen soubrettenhaftem Charme, Kenneth Mattice (Jonny) und Andrew Finden (Daniello) fügen sich in das stimmige Gesamtbild ein.«

www.musik-heute.de

Erfolg und Begeisterung nachdrücklich bestätigt

»Die exotische Zeitgebundenheit versucht die Inszenierung Roman Hovenbitzers (ständiger Regiegast in Hagen) einzufangen, und es gelingt ihr auch nachdrücklich und fantasievoll. Der Hausausstatter Jan Bammes arbeitet ihm nicht zuletzt mit schicken Kostümen (auch für den Chor) wirkungsvoll zu. [...] Eine ganz und gar runde Leistung bietet auch der Australier Andrew Finden als Daniello. Aus dem hauseigenen Ensemble ragen Maria Klier (sehr kess als Zimmermädchen Yvonne), Rainer Zaun (Manager) und Kejia Xiong (Hoteldirektor) mit ihren trefflichen Charakterstudien hervor. [...] Florian Ludwig entlockt der Partitur und ihrem Stilmix mit dem philharmonischen orchesterhagen atmosphärischen Sound und rhythmischen Drive.«

Online Merker

Besetzung

Auf einen Blick

Theater- und Konzertkasse:
02331/207-3218