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Das schlaue Füchslein

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    Das schlaue Füchslein

    Oper von Leoš Janáček

    Oper in drei Akten von Leoš Janáček

    Nach der Erzählung von Liška Bystrouška

    Von Rudolf Těsnohlídek

    In deutscher Sprache

    Aufführungsdauer: 1 Stunde, 45 Minuten
    Keine Pause

    Sonntag, 24. Juni / 18:00 Uhr
    Normalpreis: 14,50 bis 34,70 Euro
    Großes Haus | Theater Hagen
        Elberfelder Straße 65, 58095 Hagen

    Beschreibung

    »Eine Schande der Tierwelt ist’s, das Menschenvolk!«

    »Ein heiteres Stück mit einem traurigen Ende« nannte Janáček seine Oper, zu der ihn eine Bildfolge in einer tschechischen Tageszeitung inspirierte. Janáček übernimmt die sozialkritischen und ironischen Inhalte und lässt die Tier- und Menschenwelt einander bespiegeln. Zuletzt ordnete er beide in den großen Kreislauf von Werden und Vergehen der Natur ein. Dieser lauschte der Komponist nicht nur die Tierstimmen ab, sondern entwarf in den instrumentalen Zwischenspielen der Oper impressionistische Schilderungen des Waldes, die Einflüsse von Claude Debussy kaum verleugnen können. Es entsteht eine zauberische Stimmung, und nicht umsonst spricht man von einem »Tschechischen Sommernachtstraum«.

    Der melancholische Förster, der mit dem Älterwerden hadert und gegen seine nie ausgelebte Sehnsucht nach den Verlockungen des Fremden kämpft, fängt eine Füchsin, die zur Verkörperung ebendieser Sehnsucht wird. Das erkennt auch die Frau des Försters und behandelt die »Nebenbuhlerin« entsprechend feindselig.

    Der ungebändigte Freiheitsdrang des Füchsleins wird zum Gegenentwurf der angepassten Gesellschaft in der Menschenwelt. Aber auch bei den Tieren herrschen Missstände. Die Struktur eines Hühnerhofes mit einem Hahn und vielen unterwürfigen Hennen ist dem freiheitsliebenden Füchslein ebenso ein Dorn im Auge wie der Dachs, der allein in einem viel zu großen Bau lebt.

    Das Füchslein gewinnt seine Freiheit im Wald wieder und findet einen Partner, mit dem es eine Fuchsfamilie gründen kann. Indes lebt der Förster mit dem Stachel der Sehnsucht und der Lust nach Rache an dem wilden Tier weiter.

    Am Ende können die Menschen das Wilde, Unangepasste nur töten, nicht zähmen.

    Janáčeks Oper, zu der er selbst das Libretto verfasste, wurde von seinem Förderer und späteren Biographen Max Brod ins Deutsche übertragen. Dessen Verdienst ist es, den tschechischen Komponisten Janáček in deutscher Übersetzung einem breiteren Publikum erschlossen und damit seinen nachhaltigen Ruhm begründet zu haben.

    Rezensionen

    Das schlaue Füchslein bezaubert im Theater Hagen

    »Das Theater Hagen zeigt die Episoden-Geschichte jetzt mit einem großartigen Ensemble in einem phantastischen Bühnenbild. Dafür gibt es bei der Premiere sehr viel Beifall. [...] Dass diese Inszenierung so gut funktioniert, ist dem Hagener Ensemblegeist zu verdanken. Wo findet man sonst Solisten, die sich mit derart viel Leidenschaft und Professionalität selbst in winzigste Rollen stürzen? Es ist ein Erlebnis, wie Kammersängerin Marilyn Bennett den durchtriebenen Dackel gibt oder Sopranistin Veronika Haller popcornpickend als Hahn im Hühnerhof umherstolziert. Der Kinderchor und seine Soloklasse tragen die Aufführung erheblich und sorgen für magische Momente.«

    Westfalenpost / Westfälische Rundschau

    Ein besonderes Erlebnis im metaphorisch-sinnlichen Wald

    »Das Bühnenbild des international gefragten Ausstatters Christof Cremer bringt einen metaphorischen Wald überaus sinnlich auf die Bühne, in dem die Figuren in verrückt tierisch menschlichen Kostümen auftreten, damit die Regie von Mascha Pörzgen, die zuletzt u.a. an der Staatsoper Berlin und Volksoper Wien inszenierte, die Geschichte aus der Perspektive der Füchsin erzählen kann. Und unter der Leitung von Generalmusikdirektor Joseph Trafton wird die anspruchsvolle, dabei eingängige Musik dieses 1924 in Brünn uraufgeführten Werkes zum besonderen Erlebnis, weil hier Moderne und Folklorismus, romantische Oper und Filmmusik eine Mischung eingehen, die Kenner wie Neugierige gleichermaßen in den Bann zieht.«

    www.ioco.de

    Sehens- und hörenswert

    »Ganz hervorragend besetzt ist das Fuchspaar mit Dorothea Brandt als Füchsin und Jennifer Parara als Fuchs - beides junge, klare Stimmen, ohne viel Vibrato sehr natürlich und ungekünstelt, aber mit großer lyrischer Emphase im Liebesduett. [...] Die eigentliche Hauptrolle hat bei dieser Oper aber das Orchester, das weniger begleitet als vielmehr einen durchgehenden symphonischen Kommentar zum Bühnengeschehen abgibt. Unter der Leitung von Chefdirigent Joseph Trafton spielt das Philharmonische Orchester Hagen ganz ausgezeichnet, mit sehr homogenem Klangbild, kammermusikalischer Klarheit und klarer Kontur, aber auch mit den großformatigen Bögen, in denen Wehmut und Melancholie mitschwingen, ohne in spätromantischen Gefühlsüberschwang abzurutschen.«

    www.omm.de

    Bühnenzauber und Kontrapunkte der Trauer

    »Die Inszenierung bietet ein erfrischend buntes Treiben, von dem sich einige anwesende Kinder merklich entzücken ließen. […] Janáčeks Musik dringt ‚in die Tiefe des Herzens‘. Das liegt auch mit an der exorbitanten Leistung des Orchesters unter Generalmusikdirektor Joseph Trafton.«

    www.die-deutsche-buehne.de

    Bildgewaltige Naturparabel

    »Mascha Pörzgen und Christof Cremer setzen den Gegensatz von Natur und Zivilisation in zauberhafte Bilder um und erzählen anschaulich, was passiert […]. Dem Ensemble gelingt eine Umsetzung auf hohem musikalischem Niveau. […] Ein perfekt gerundeter Abend.«

    theaterpur.net

    Besetzung | So 24.06.2018 / 18:00 Uhr

    Auf einen Blick

    Theater- und Konzertkasse:
    02331/207-3218